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Das erstaunlichste Werkzeug sind doch die 10 Finger

Die plastische Chirurgie bietet auch eine Vielzahl von Operationen an die die Hände betreffen um Bewegungsabläufe oder Funktionsabläufe wieder herzustellen oder um Schmerzen zu beseitigen.

Karpaltunnelsyndrom

Dabei kommt zu einer Einengung eines Nervens ( Nervus medianus) im Bereich des Handgelenkes.

Typisches Erstsymptom sind nächtlich auftretende Schmerzen oder Gefühlsstörungen ( im Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und halber Ringfingerbereich) , die von der Hand in den gesamten Arm bis in die Schulter ausstrahlen können. Später treten die Beschwerden auch zunehmend tagsüber auf, im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem Muskelschwund im Bereich des Daumenballens, Schwäche beim Zupacken und zu einer Minderung des Tastgefühls kommen.

Durch eine einfache Operation unter örtlicher Betäubung wird ein Band über dem Nerv durchtrennt, wodurch dieser wieder genug Platz hat.

Nach dem Eingriff ist eine Schonung der Hand für mindestens drei Wochen notwendig.

Dupuytrensche Kontraktur

Der Morbus Dupuytren ( Dupuytrensche - Kontraktur ) ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Die Ursache ist bis heute ungeklärt es gibt aber familiäre Häufungen und Männer sind deutlich öfter betroffen als Frauen

Der Verlauf erstreckt sich oft über Jahre , beginnt mit einer Verhärtung im Bereich der Handfläche , die sich langsam zu einem Strang auswachsen kann, der dann zu einer Bewegungseinschränkung der betroffenen Finger führt bis hin zu einer kompletten Funktions-Einbuße der Fingergrund und Mittelgelenke.

Eine Strangentfernung und anschließende Therapie mit einer Lagerungsschiene ist eine Therapiemöglichkeit, wobei ein Wiederauftreten eines neuen Stranges relativ häufig beobachtet wird.

Eine nicht operative Behandlung stellt das Einspritzen mit Xiapex® dar. Diese Kollagenase wird direkt in den Strang gespritzt und löst dort die Kollagenfasern auf und nach 48 Stunden kann dann unter örtlichen Betäubung der Strang zerrissen werden. Aber auch bei dieser Methode ist ein Wiederauftreten nicht ausgeschlossen.

Schnellender Finger

Bei dieser anlagebedingten Erkrankung kommt es zu einer Verdickung der Beugesehnen im Bereich der Fingergrundgelenke, wodurch diese nicht mehr reibungslos unter dem dortigen Ringband gleiten können. Dadurch kommt es zu einem „Steckenbleiben“ des Fingers bei der Beugung und die Streckung ist nicht mehr ungehindert möglich. Die Diagnosen Feststellung erfolgt durch eine eindeutige klinische Untersuchung und eine kleine Operation unter lokaler Betäubung, bei der das Ringband gespalten wird, beseitigt das Problem sehr einfach.

Tendovaginitis stenosans de Quervain

Diese Erkrankung entsteht durch eine Überlastung von 2 Daumensehnen die durch das erste Strecksehnenfach verlaufen. Ein gehäuftes Auftreten wird bei jungen stillenden Müttern beobachtet, die häufig das Baby mit kraftvollem Daumendruck halten, sowie neuerdings bei extrem häufigem Tippen von SMS-Nachrichten.
Bei der Operation unter lokaler Betäubung wird das Strecksehnenfach eröffnet, verdicktes Sehnenscheidenmaterial wird entfernt und somit wird ein ungestörter Verlauf der Sehnen wieder hergestellt.

Syndaktilie

Die Syndaktylie ist eine angeborene anatomische Fehlbildung, wobei es zu einer Verwachsung von Fingern und Zehengliedern kommt.

Sind die Fingerknochen getrennt angelegt, was man mit einem Röntgen feststellen kann und sind die Finger oder Zehen nur im Bereich der Haut verwachsen, so kann man diese chirurgisch trennen und somit eine getrennte Funktion der einzelnen Finger oder Zehen erreichen.